KEI begleitet erstmals Förderprojekt für die klimafreundliche Chemieproduktion

01.09.2022

Für den Bau einer weltweit ersten Demonstrationsanlage für elektrisch beheizte Steamcracker-Öfen fand am 1. September die Übergabe des Zuwendungsbescheides in Ludwigshafen statt. Erstmalig fördert das Bundeswirtschaftsministerium im Programm „Dekarbonisierung in der Industrie“ damit ein Projekt, das klimafreundliche Alternativen zum Einsatz fossiler Energie in der Chemieindustrie erprobt. Betreut wird das Programm vom KEI, das dieses Forschungsprojekt zum erfolgreichen Realisierungsbeginn führte.

 

Treibhausgasarme Chemieproduktion durch elektrisch beheizte Steamcracker-Öfen

Im geförderten Projekt „eFurnace“ erprobt der Chemiekonzern BASF in den nächsten vier Jahren verschiedene Heizkonzepte elektrifizierter Spaltöfen eines Steamcrackers. Der offizielle Startschuss für den Bau der großtechnischen Demonstrationsanlage ist am 1. September 2022 am BASF-Unternehmensstandort in Ludwigshafen gefallen. Durch die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien anstelle von fossilem Erdgas zum Beheizen der Öfen hat die neue Technologie das Potenzial, die CO2-Emissionen eines der energieintensivsten Prozesse der chemischen Produktion, um mindestens 90 Prozent im Vergleich zur herkömmlichen Methode zu reduzieren. Die Inbetriebnahme der in einen bestehenden Steamcracker integrierten Demonstrationsanlage ist für 2023 geplant.

KEI begleitet die Entwicklung und Umsetzung des Förderprojektes

Als Projektträger und Ansprechpartner für das Förderprogramm „Dekarbonisierung in der Industrie“ hat das KEI die Entwicklung von „eFurnace“ bis zum jetzigen Vorhabenbeginn in den vergangenen zwei Jahren fachlich und kaufmännisch begleitet. Ein interdisziplinäres Team verschiedener technischer und wirtschaftlicher Fachrichtungen hat BASF das gesamte Förderverfahren über beraten und so erfolgreich von der ersten Idee über einen förderfähigen Projektantrag bis zur formalen Bewilligung geführt.

Anlässlich des Baustarts der Demonstrationsanlage in Ludwigshafen sagte KEI-Leiter Dr. Bernd Wenzel: „Mit dem Förderprojekt wird mittelbar auch der gesamte Chemiesektor aktiv dabei unterstützt, seine prozessbedingten CO2-Emissionen zu vermindern – was dem Kernauftrag unseres Kompetenzzentrums entspricht. Der innovative Ansatz und modellhafte Demonstrationscharakter liegt hier in der weltweit erstmaligen Entwicklung eines elektrisch beheizten Steamcrackers. Damit besitzt das Vorhaben zweifellos die Strahlkraft, auch andere Branchen für den Umbau zur klimafreundlichen Produktion zu begeistern. Nach dem jetzt erfolgten Start begleiten wir BASF während des Baus und der realen Erprobung der Anlage weiter.“

Unterstützung für die energieintensive Chemieindustrie über das Förderprogramm „Dekarbonisierung in der Industrie“

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird vom Bundeswirtschaftsministerium über das Dekarbonisierungsprogramm mit rund 14,8 Millionen Euro gefördert. Das BMWK unterstützt mit dem bundesweiten Fördertopf die energieintensive Industrie dabei, prozessbedingte Treibhausgasemissionen dauerhaft zu reduzieren und stellt Mittel für die Investitionskostenförderung ihrer Dekarbonisierung zur Verfügung. Dies trägt entscheidend zum Erreichen des gesetzlich verankerten Ziels der Klimaneutralität bis 2045 in Deutschland bei.