Klimaschutz in der Industrie

Der Klimaschutzplan 2050 und die Beschlüsse der Bundesregierung geben das Ziel vor, Deutschland bis zum Jahr 2050 treibhausgasneutral zu gestalten. Damit orientiert sich die Bundesregierung am Ziel des Pariser Abkommens und dem EU-Klimaschutzziel. Deutschland leistet seinen Beitrag, um die globale Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen und in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts weltweit Treibhausgasneutralität zu erreichen.

Der Klimaschutzplan 2050 und das Klimaschutzgesetz setzen den Rahmen zur Modernisierung der deutschen Volkswirtschaft und geben Leitlinien sowie Sektorziele für alle Handlungsfelder (Industrie, Energiewirtschaft, Gebäude, Verkehr, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und Sonstiges) auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2050 vor. Damit bietet er auch eine wichtige Orientierung für Investitionen, die unter anderem in den kommenden Jahren im Industriesektor anstehen.

Treibhausgasemissionen im Industriesektor

Die Industrie ist im Jahr 2017 mit einem Anteil von 22 Prozent an den Gesamtemissionen nach der Energiewirtschaft (36 Prozent Anteil) der zweitgrößte Emittent von Treibhausgasemissionen in Deutschland. Gleichzeitig ist die Industrie auch von zentraler Bedeutung für den Industriestandort Deutschland. Hieraus ergibt sich eine zentrale Verantwortung und Rolle der Industrie für die Erreichung des Ziels einer Treibhausgasneutralität. Für das Handlungsfeld Industrie sieht der Klimaschutzplan als Zwischenziel eine Minderung von rund 50 Prozent im Jahr 2030 gegenüber 1990 vor.

In den vergangenen 30 Jahren hat die Industrie bereits erhebliche Anstrengungen zum Klimaschutz unternommen und konnte bedeutende Treibhausgasminderungen erreichen: Im Industriesektor wurden die Emissionen bis zum Jahr 2018 gegenüber 1990 um rund 31 Prozent reduziert. Dies wurde bei gleichzeitiger erheblicher Steigerung der Wertschöpfung erreicht. Seit dem Jahr 2005 ist jedoch eine Stagnation deutlich erkennbar, wobei es in den Jahren 2015 bis 2017 sogar wieder zu einem Anstieg gekommen ist.

Ursachen für Treibhausgasemissionen in der Industrie

Neben den energiebedingten Treibhausgasemissionen entstehen in der Industrie auch sogenannte prozessbedingte Treibhausgasemissionen. Im Industriesektor entstehen die Emissionen somit auf insgesamt drei verschiedenen Wegen:

  1. Direkte energiebedingte Treibhausgasemissionen resultieren aus der Verwendung von Brennstoffen zur Bereitstellung von Energie (zum Beispiel Prozesswärme, Dampf, mechanische Arbeit).
  2. Indirekte energiebedingte Treibhausgasemissionen aus der Erzeugung des verwendeten Stroms (zum Beispiel durch ein Kohle- oder Erdgaskraftwerk).
  3. Prozessbedingte Treibhausgasemissionen, die nicht aus dem Einsatz von fossilen Brenn- und Rohstoffen zur Energieerzeugung stammen, sondern vorrangig durch technologie- beziehungsweise verfahrensbedingte Nutzung dieser Stoffe im Produktionsprozess entstehen sowie die prozessbedingte Freisetzung anderer Treibhausgase als Kohlendioxid.

Die prozessbedingten Treibhausgasemissionen in der Industrie stellen einen Anteil von circa 25 Prozent der gesamten Industrieemissionen dar. Dabei machen folgende Bereiche der Grundstoffindustrie einen Großteil der gesamten industriellen prozessbedingten Treibhausgasemissionen in Deutschland aus: