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24.11.2021

Bundesumweltministerium fördert erstmals Dekarbonisierungsprojekte der Glasindustrie

Der Mainzer Spezialglashersteller Schott wird im BMU-Programm „Dekarbonisierung in der Industrie“ gefördert, um klimafreundliche Technologien zu entwickeln. | Foto: Schott AG

Das Bundesumweltministerium fördert im Rahmen des Programms „Dekarbonisierung in der Industrie“ erstmals zwei Forschungsprojekte, die Alternativen zum Einsatz von fossilen Energien in der Glasindustrie erproben sollen.

Das Bundesumweltministerium fördert im Rahmen des Programms „Dekarbonisierung in der Industrie“ erstmals zwei Forschungsprojekte, die Alternativen zum Einsatz von fossilen Energien in der Glasindustrie erproben sollen. Die Förderung in Höhe von insgesamt rund 4,5 Millionen Euro zur Herstellung von klimafreundlichem Spezialglas geht an die Schott AG in Mainz.

Ziel des BMU-Förderprogramms „Dekarbonisierung in der Industrie“ ist es, schwer vermeidbare Treibhausgasemissionen in energieintensiven Branchen durch den Einsatz innovativer Techniken möglichst weitgehend und dauerhaft zu reduzieren. Mit der Umsetzung des Programms ist das Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) beauftragt.

Neue Schmelzverfahren zur CO2-armen Herstellung von Pharmaglas und Spezialgläsern

In den Forschungsprojekten PROSPECT und PLANET entwickelt die Schott AG in den nächsten zweieinhalb Jahren neue Glasschmelzverfahren zur CO2-armen Herstellung von Pharmaglas und Spezialgläsern für technische Anwendungen ─ Weltmarkt-Produkte, an die besonders hohe Qualitätsanforderungen gestellt werden. Ziel der Vorhaben ist es, den Bau optimierter, weitgehend elektrisch beheizter Schmelzwannen für Pharmaglas und weitere Spezialgläser zu ermöglichen. Die Gesamtentwicklungskosten belaufen sich auf rund 10,6 Millionen Euro.

Die Glasindustrie gehört zu den energieintensiven Industriebranchen in Deutschland und hat im Jahr 2020 rund 3,9 Millionen Tonnen CO2-Emissionen verursacht. Der größte Anteil des Energiebedarfs und der CO2-Emissionen entsteht im Schmelzprozess. In feuerfesten Schmelzwannen werden die Glasrohstoffe bei Temperaturen von bis zu 1.700 Grad Celsius aufgeschmolzen. Bisher werden diese Wannen hauptsächlich mit den fossilen Energieträgern Erdgas und Heizöl befeuert. Durch eine künftige Elektrifizierung dieses Prozesses sollen große Mengen des dabei freigesetzten Kohlenstoffdioxids eingespart werden.

KEI unterstützt die Grundstoffindustrie als Projektträger 

Hauptansprechpartner für das Programm ist das Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI). KEI-Leiter Dr. Bernd Wenzel: „Mit diesen ersten zwei Förderprojekten zeigt das KEI seine Arbeit und Leistungsfähigkeit als Projektträger und unterstützt die Grundstoffindustrie dabei, ihre prozessbedingten CO2-Emissionen erfolgreich zu vermindern.“

Mit der Förderung dieser Projekte fließen erstmals Mittel aus dem Förderprogramm „Dekarbonisierung in der Industrie“. Insgesamt stellt das BMU darüber bis 2024 rund 3 Milliarden Euro für Investitionskostenförderung und Klimaschutzverträge zur Dekarbonisierung der energieintensiven Industrien zur Verfügung. Mit dem Förderprogramm zur Dekarbonisierung im Industriesektor wird das Erreichen des gesetzlich festgeschriebenen Klimaziels für 2030 (65 Prozent Treibhausgasminderung gegenüber 1990) und des Ziels der Klimaneutralität bis 2045 in Deutschland entscheidend unterstützt.

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