KEI Podium verdeutlicht die Chancen der Industrietransformation für die Wettbewerbsfähigkeit
Copyright: KEI | Jens Jeske
Rund 200 Expert*innen und Entscheider*innen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft diskutierten beim KEI Podium 2026, wie Innovation als strategischer Hebel für mehr Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz der Industrie genutzt werden kann.
In der klimafreundlichen Transformation liegt zugleich ein Schlüssel zur wettbewerbsfähigen und resilienten Industrie. Diese bringt Innovationen hervor, die wiederum Investitionen anziehen und damit Arbeitsplätze sichern. Die Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen macht zudem weniger krisenanfällig in geopolitisch herausfordernden Zeiten. Diese Erkenntnisse standen im Mittelpunkt des diesjährigen KEI Podiums am 12. März 2026, das in Berlin als auch digital stattfand.
Strategischer Vorteil statt Transformationsdruck
In ihrer Begrüßungsrede ermutigte zunächst Dr. Constanze Haug, Geschäftsführerin der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG), Unternehmen, den Transformationsdruck hin zur klimaneutralen Wirtschaft in einen strategischen Vorteil zu verwandeln. Das KEI ist ein Geschäftsbereich der ZUG und agiert als Think Tank im Auftrag des Bundesumweltministeriums. KEI-Leiter Jakob Flechtner ergänzte, dass Klimaschutz, Digitalisierung und Innovation als integraler Bestandteil einer zukunftsfähigen Wirtschaft zu verstehen sind. „Wer sich transformiert, bleibt wettbewerbsfähig. Lassen Sie uns diese Transformation gemeinsam gestalten!“, appellierte Flechtner.
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European Clean Deal als Motor der Dekarbonisierung
In seiner Keynote zum „Clean Industrial Deal als Motor für Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Resilienz“ weitete Berthold Goeke den Blick für die europäischen Dimensionen. „Die klimaneutrale Transformation der Industrie ist längst kein Nischenthema mehr, sondern integraler Bestandteil einer zukunftsfähigen Wirtschaft“, unterstrich der Abteilungsleiter Nationaler und Europäischer Klimaschutz im BMUKN.
Drei Elemente benannte er als wesentlich, um Dekarbonisierung zum Business-Case zu machen. Erstens: Unternehmen können durch klimafreundliche Investitionen Kosten sparen. Zweitens: Nachhaltige Geschäftsmodelle erhöhen deren Resilienz. Und drittens: Durch Transformation erschließen sich neue Märkte und Geschäftschancen.
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Impulsvorträge setzen Schwerpunkte
Dr. Christian Bogatu von der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIN-D) zeigte eindrücklich, dass Innovation als Motor der Dekarbonisierung zu begreifen ist. Es lohne, an Grenzen zu gehen, um diese zu verschieben. Denn was heute nicht gehe, könne morgen funktionieren.
Jose Gonzalez Cuenca vom European Innovation Centre for Industrial Transformation and Emissions (INCITE) erläuterte, wie europäische Innovationsprogramme die Bereichen Kreislaufwirtschaft, Schadstoffbeseitigung, Dekarbonisierung und Ressourceneffizienz fördern können.
Dr. Marc Bovenschulte, Leiter des Servicezentrums für industrielle Transformation in den Regionen (SiT), legte die Bedeutung von regionalen Industrieclustern für Innovation dar. Durch lokale Kooperationen könne Risiko verteilt, Potenzial mobilisiert und Zugang zu neuem Wissen ermöglicht werden. Ziel sei es, aus dem Bestehenden durch Diversifizierung und Innovation etwas Neues zu schaffen.
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Diskussion im Podium und mit den Teilnehmenden
In der anschließenden Diskussionsrunde vertieften Dr. Christian Bogatu (SPRIN-D), Jose Gonzalez Cuenca (INCITE), Nilgün Parker (BMUKN), Claudia Martina Buhl (SiT) sowie Dr. Wibke Lölsberg (BASF) die vorgetragenen Themen. Nilgün Parker hob etwa die vielen Stärken Europas hervor, machte aber zugleich deutlich, dass es sich lohne, weiterhin an folgenden Stellschrauben zu drehen: Regulatorik vereinfachen, Kapital besser organisieren und eine Modernisierung des europäischen Mindsets seien Ansatzpunkte. Claudia Martina Buhl berichtete aus ihrer Arbeit und zeigte positive Beispiele für regionale Transformationsansätze. „Regionen haben Bock auf Zukunft“, sagte sie, Cluster können hierbei unterstützen. Auch Dr. Wibke Lölsberg erläuterte aktuelle Herausforderungen und Chancen an ganz praktischen Beispielen aus der chemischen Industrie.
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Vertiefende Workshoparbeit und Tagesfazit als Graphic Recording
Am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmenden vor Ort in drei thematischen Workshops weiter. Ihre Ergebnisse fasste Dr. Ricarda Tänzer-von Daake, stellvertretende Leiterin des KEI, abschließend zusammen. Ergänzt wurden ihre Ausführungen durch die Aufzeichnungen von Illustratorin Lorna Schütte. Sie hatte das gesamte KEI Podium begleitet und die wichtigsten Erkenntnisse anschaulich als Graphic Recording visualisiert, das sie resümierend vorstellte.
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