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10.02.2026 CO2 KEI

KEI Spotlight nimmt Kohlenstoffmärkte in den Fokus

In einem neuen Digitalformat erörtert das KEI kompakt aktuelle Querschnittsthemen der Industrietransformation. Am 5. Februar informierte Simon Göß, Geschäftsführer von carboneer, rund 130 Teilnehmende zu den Entwicklungen von Kohlenstoffmärkten.

CO₂-Kompensation als Teil der unternehmerischen Klimaneutralitätsstrategie

In seinem Impulsvortrag zum Thema „Kohlenstoffmärkte im Wandel. Was bedeutet das für die Industrie?“ zeigte Simon Göß, Geschäftsführer von carboneer, den Stand der weltweiten Entwicklung von Kohlenstoffmärkten. Der Schwerpunkt seines Vortrages lag auf den freiwilligen CO2-Märkten. Dazu gehört beispielsweise der Kauf von CO2-Zetrifikaten von Klimaschutzprojekten, die Unternehmen mit ihren Emissionen verrechnen können, um sie auszugleichen. 

Göß betonte, dass die CO2-Kompensation nur der letzte Schritt einer dreistufigen Strategie zur Klimaneutralität von Unternehmen sein sollte. Zunächst sollten Unternehmen ihre Emissionen bilanzieren und im nächsten Schritt durch Reduktionsmaßnahmen senken. Erst danach sollten die unvermeidbaren Restemissionen kompensiert werden.

Freiwillige Kohlenstoffmärkte sind komplex

Neben verpflichtenden CO2-Märkten, bei denen Unternehmen gesetzlich verpflichtet werden, Abgaben für ihre Emissionen zu zahlen, gewinnen auch freiwillige Kohlenstoffmärkte an Bedeutung. Jedoch sind diese sehr komplex: unterschiedliche Akteure, Messmethoden, Kompensationstechnologien und Preise führen zu unterschiedlichen Qualitäten der verfügbaren Kohlenstoffzertifikate. 

Um Greenwashing zu vermeiden, brauchen Unternehmen daher robuste Standards und Transparenz der eigenen Klimaschutzkriterien. Dazu zählen die Berechnung und Verifizierung der Emissionen, die von Projekten reduziert werden, die Reversibilität von Emissionen oder auch die Permanenz und Langlebigkeit der CO2-Entnahme.

Entwicklung freiwilliger Kohlenstoffmärke

Anhand eines Zeitstrahls zeigte Simon Göß die bisherige Entwicklung freiwilliger Kohlenstoffmärkte und hob hervor, dass insbesondere das Pariser Abkommen entscheidende Regelungen vorgegeben habe. Deutlich wurde auch, dass die Kosten für freiwillige Emissionszertifikate aufgrund unterschiedlicher Kompensationstechnologien und Langlebigkeit stark schwanken. Für eine glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategie sollten Unternehmen ihre Auswahl abwägen und transparente Entscheidungen treffen, um Greenwashing zu vermeiden. 

Um freiwilligen Kohlenstoffmärkten künftig einen Rahmen zu geben, sollen EU-weite Regelungen und Rahmenbedingungen eingeführt werden. Unter dem Titel „Carbon Removals and Carbon Farming (CRCF)“ sollen Mindeststandards für CO2-Entnahmen definiert werden. Ziel ist es, dadurch hochwertige Klimaschutzprojekte zu unterstützen und perspektivisch eine Verbindung mit dem Europäischen Emissionshandelssystem (EU ETS) zu schaffen.

Austausch mit dem Publikum

In der abschließenden Diskussionsrunde beantwortete Simon Göß Fragen des interessierten Publikums. Der intensive Austausch bestätigte die Relevanz des Themas. Das Veranstaltungsformat wird im April fortgesetzt.

Mitschnitt

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