Holcim nimmt Testanlage für industrielle CO₂-Abscheidung in Betrieb
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Der Baustoffproduzent Holcim errichtet seit 2022 eine Pilotanlage zur CO₂-Abscheidung von Zement-Rauchgas. Das durch das Bundeswirtschaftsministerium geförderte Leuchtturmprojekt ist nun feierlich gestartet.
Johannes Steiniger, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), nahm gemeinsam mit Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies und Stephan Hinrichs, CEO von Holcim Deutschland die neue Testanlage für industrielle CO2-Abscheidung im Zementwerk Höver (Niedersachsen) in Betrieb. An der Zeremonie am 21. August 2026 nahmen auch die Technologiepartner Cool Planet Technologies und das Helmholtz-Zentrum Hereon teil.
CO₂-Abscheidungsanlage nutzt innovative Membrantechnologie
Das in der Abscheidungsanlage verwendete, neuartige Membrantrennverfahren bietet durch seine energieeffizienten Eigenschaften eine schonende Möglichkeit CO2 aus dem entstehenden Rauchgas abzuscheiden. Das abgeschiedene Kohlendioxid wird anschließend als Rohstoff zur weiteren Verwendung aufbereitet. Die Technologie wird erstmals im industriellen Maßstab für die Zementindustrie realisiert und eröffnet neue Wege in der Dekarbonisierung.
Die zugrunde liegende Membrantechnologie wurde am Helmholtz-Zentrum Hereon in Geesthacht (Schleswig-Holstein) entwickelt und von der britischen Firma Cool Planet Technologies in die industrielle Anwendung gebracht. Durch die Installation der neuen, größeren Demonstrationsanlage wird die Technologie nun skaliert.
Die Bundesregierung fördert gezielt innovative Technologien für den Klimaschutz. Die Unternehmen und Wissenschaftler in unserem Land haben viele gute Ideen, die sie erfolgreich entwickeln und umsetzen, wie hier im Zementwerk in Höver.
Testanlage wird durch Bundeswirtschaftsministerium gefördert
Das Projekt wird über das Programm „Dekarbonisierung in der Industrie" durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) mit rund 1,3 Millionen Euro gefördert. Das Förderprogramm, indem auch Mittel des EU-Fonds „NextGenerationEU“ genutzt werden, wird vom Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) betreut.
In der ersten Phase des angelaufenen Projektes sollen circa 5.750 Tonnen CO2 im Jahr abgeschieden werden. Die finale Ausbaustufe soll in der Lage sein, 90 Prozent der Emissionen der Anlage in Höver abzutrennen und hochreines CO2 für die Einlagerung oder weitere Nutzung zu liefern.
Mit der Pilotanlage in Höver will Holcim dazu beitragen, die Zementproduktion am Standort über Jahrzehnte zu sichern, Arbeitsplätze langfristig zu erhalten, neue Perspektiven für qualifizierte Beschäftigung zu schaffen und die Rohstoffresilienz der Region weiter zu stärken.
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