EU-Innovationsfonds plant mit dem SME-Call erstmals eigenen Förderaufruf für kleine und mittlere Unternehmen
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Die Europäische Kommission will den EU-Innovationsfonds (IF) für kleinere Projektträger besser zugänglich machen. Der sogenannte SME-Call soll im Rahmen der IF26-Ausschreibungen veröffentlicht werden und ein vereinfachtes Antragsverfahren erhalten.
Was ist der SME-Call?
Der für Ende 2026 geplante SME-Call ist ein eigenständiger Förderaufruf für innovative Dekarbonisierungsprojekte von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU/SME). Eine Vertreterin der EU-Kommission stellte am 15. Juli 2026 erste Eckpunkte des neuen Calls in einer Informationsveranstaltung der Nationalen Kontaktstelle EU-Innovationsfonds vor: Der Aufruf steht ausschließlich Unternehmen offen, die die europäische KMU-Definition erfüllen. Förderfähig sind Projekte mit Investitionsausgaben von weniger als 20 Millionen Euro, voraussichtlich aus den regulären Förderbereichen des EU-Innovationsfonds:
- Dekarbonisierung energieintensiver Industrieprozesse,
- erneuerbare Energien,
- Energiespeicherung,
- Herstellung von Netto-Null- und CO₂-armen Technologien,
- CO₂-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung,
- klimafreundliche Mobilität und Gebäude.
Welche Vereinfachungen sind vorgesehen?
Auch im SME-Call müssen Projekte einen hinreichenden Innovationsgrad, ein relevantes Treibhausgasminderungspotenzial und eine realistische Umsetzungsperspektive aufweisen. Für KMU prüft die Europäische Kommission aber derzeit insbesondere folgende Erleichterungen:
- geringere Informationsanforderungen im Antrag und weniger umfangreiche Anhänge,
- einen vereinfachten Rechner zur Bestimmung der vermiedenen Treibhausgasemissionen,
- eine Bewertung einzelner Kriterien nach dem Prinzip „bestanden“ oder „nicht bestanden“,
- vereinfachte Berichts- und Monitoringanforderungen,
- zwei Einreichungsfristen innerhalb des Förderaufrufs
(voraussichtlich von Dezember 2026 bis Ende März 2027 und von April bis September 2027), - verstärkte Informations- und Beratungsangebote für KMU durch die Nationalen Kontaktstellen und die Europäische Investitionsbank (EIB).
Projektentwicklung durch die EIB
KMU, deren Vorhaben grundsätzlich zum EU-Innovationsfonds passen, aber noch technische oder finanzielle Entwicklungsbedarfe aufweisen, können die kostenfreie Project Development Assistance der Europäischen Investitionsbank (EIB) nutzen. Die Beratung kann beispielsweise bei der Weiterentwicklung des Geschäftsmodells, der Finanzplanung, des technischen Konzepts oder der Investorenansprache unterstützen.
Beratung durch die Nationale Kontaktstelle
Unternehmen, die einen Antrag planen und frühzeitig vorbereiten möchten, können sich zu den Anforderungen des IF von der Nationalen Kontaktstelle EU-Innovationsfonds (NKS IF) beraten lassen. Das KEI betreibt die NKS IF im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.
Kontakt
030 7261 80-787 E-Mail schreiben
Sprechzeiten Beratungshotline
Montag bis Donnerstag, 9–17 Uhr
Hinweis zum Planungsstand: Die Europäische Kommission arbeitet derzeit die Förderbedingungen des neuen SME-Calls aus. Unsere Angaben entsprechen dem Informationsstand vom 15. Juli 2026 und werden sich bis zur Veröffentlichung der verbindlichen Ausschreibungsunterlagen in Details noch ändern.