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Bundesförderung Industrie und Klimaschutz: Modul 1

Stahlfertigung im Stahlwerk Eisenhüttenstadt

Eco2Furnace Eco2Furnace – nachhaltige und CO₂-arme industrielle Behälterglasproduktion

Zuwendungsempfangende

Zuwendungsempfänger: Wiegand-Glashüttenwerke GmbH

Projekt: Eco2Furnace - Nachhaltige und CO2-arme industrielle Behälterglasproduktion 

Maßnahmen

Projektart: Investitionsvorhaben (AGVO)

Branche: Glasindustrie

CO₂-Einsparpotenzial: 17.374 Tonnen CO2 pro Jahr 

Laufzeit

laufend

01.12.2025 bis 30.06.2029

Verortung

Steinbach am Wald – Bayern

Fördervolumen

23.577.644,47 €

Behälterglas für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie wird bei einer Ofentemperatur von bis zu 1.600 Grad Celsius in einem kontinuierlichen Prozess geschmolzen. Der Schmelzprozess ist dabei der mit Abstand energieintensivste Teilschritt der Behälterglasherstellung und erfolgt bislang überwiegend in konventionellen, fossil befeuerten Schmelzwannen.

Um Glasverpackungen künftig CO₂-ärmer herzustellen, investiert Wiegand-Glas am Standort Steinbach am Wald in Bayern in eine innovative Oxy-Fuel-Hybridschmelzwanne. Die neuartige Wanne soll eine größere Schmelzleistung als bisher erprobte Hybridmodelle erbringen. Der Mittelständler plant die Produktion von bis zu 420 Tonnen Grünglas pro Tag bei maximal 70 Prozent Stromeinsatz und circa 90 Prozent Scherbeneinsatz aus recyceltem Altglas. Die direkten Treibhausgasemissionen sollen um jährlich etwa 17.000 Tonnen CO₂ reduziert werden.

 

Die Herausforderung

Die Glasindustrie gehört zu den energieintensivsten Industriebranchen in Deutschland. Die Produktion von Behälterglas erfolgt bislang überwiegend in konventionellen, fossil befeuerten Schmelzwannen. 

Hinzu kommen Herausforderungen beim Einsatz von recyceltem Altglas, das im Rahmen des Projekts Eco2Furnace in überdurchschnittlicher Menge zum Einsatz kommen wird. Je höher der Scherbenanteil bei Hybridschmelzwannen ist, desto wahrscheinlicher ist die Bildung einer „Haut“ auf der Schmelze, was wiederum die Glasqualität beeinträchtigen kann. Um den Anteil von Recyclingstoffen in der Glasproduktion zu erhöhen, soll im Rahmen des Pilotprojekts evaluiert werden, ob der Einsatz von ca. 90 Prozent recyceltem Altglas bei hohem Stromeinsatz über einen längeren Zeitraum möglich ist.

Die Innovation

Ein Produktionsmitarbeiter schaut prüfend aus das flüssige Glas, das ihn drei Strahlen aus der Schmelze läuft.
Mit Eco2Furnace setzt Wiegand-Glas einen Meilenstein in der Dekarbonisierung der Behälterglasherstellung und erprobt eine zukunftsweisende Technologie für die klimafreundliche Glasproduktion.

Bei der innovativen Hybridschmelzwanne 15W4 handelt es sich um eine hybride Pilotanlage im industriellen Maßstab, mit der die CO₂-arme industrielle Herstellung von Behälterglas mit maximalem Recyclinganteil erforscht werden soll. Mit ihr soll deutschlandweit erstmals eine teilelektrische Wanne in Betrieb genommen werden, die mehr als 400 Tonnen Schmelzleistung am Tag unter Einsatz von mehr als 90 Prozent Scherben bei bis zu 70 Prozent Stromeinsatz erreicht. 

Da die Hybridwanne zum ersten Mal in dieser Größenordnung und in dieser Ausführung innerhalb der Europäischen Union zum Einsatz kommen wird, müssen wesentliche Teile des Schmelzkonzeptes in Zusammenarbeit mit einem Wannenhersteller entwickelt werden. Durch eine verbesserte Anordnung der Brenner und Elektroden sowie eine optimierte Wannengeometrie sollen Scherbeneinsätze von über 90 Prozent ermöglicht werden. Damit soll in Zukunft das größtmögliche Recyclingpotential genutzt werden.

Portraitfoto von Nikolaus Wiegand
Diese Hybridschmelzwanne ist ein entscheidender Schritt zur Dekarbonisierung der Behälterglasproduktion. Die staatliche Förderung unterstreicht die zentrale Bedeutung innovativer Technologien für eine klimafreundliche Industrie.
Nikolaus Wiegand,geschäftsführender Gesellschafter Wiegand-Glas

Der Ausblick

Mit dem Vorhaben Eco2Furnace sammelt die Wiegand-Glas Unternehmensgruppe erste praktische Erfahrungen mit hybrider Schmelztechnologie und möchte künftig eine Vorreiterrolle bei der Dekarbonisierung der Behälterglasproduktion für die Getränke- und Lebensmittelindustrie einnehmen. 

Insbesondere bei redoxsensiblen Glasfarben wie z. B. Oliv oder Braun sowie bei mehr als 250 Tonnen Schmelzleistung am Tag sind vollelektrische Wannen derzeit nicht einsetzbar. Zur vollständigen Dekarbonisierung der Behälterglasherstellung – davon ausgenommen sind die unvermeidbaren Prozessemissionen aus Karbonaten und Koks, die beim Schmelzprozess freigesetzt werden – sind daher nach aktuellem Kenntnisstand, abhängig von der Verfügbarkeit eines geeigneten Strom- und/oder Wasserstoffmixes, Hybridschmelzwannen notwendig. Bei erfolgreichem Einsatz der Pilotwanne, wird der Einsatz weiterer Hybridschmelzwannen in der Wiegand-Glas Unternehmensgruppe geprüft. 

17374 Tonnen

weniger CO₂ pro Jahr

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