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Bundesförderung Industrie und Klimaschutz (Modul 1)

Stahlfertigung im Stahlwerk Eisenhüttenstadt

EAF2HKM EAF2HKM – Errichtung eines Elektrolichtbogenofens inklusive Nebenanlagen bei den Hüttenwerken Krupp Mannesmann

Zuwendungsempfangende

Zuwendungsempfänger: Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH

Projekt: EAF2HKM – Errichtung eines Elektrolichtbogenofens inklusive Nebenanlagen bei den Hüttenwerken Krupp Mannesmann 

Maßnahmen

Projektart: Investitionsvorhaben (TCTF)

Branche: Stahlindustrie

CO₂-Einsparpotenzial: 2.615.795 Tonnen CO₂ pro Jahr 

Laufzeit

laufend

23.12.2025 bis 22.12.2028

Verortung

Duisburg – Nordrhein-Westfalen

Fördervolumen

200.000.000,00 €

Das Projekt umfasst den Bau eines Elektrolichtbogenofens (EAF) mit zugehörigen Nebenanlagen am Standort der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH in Duisburg-Huckingen. Der neue EAF soll im Jahr 2028 in Betrieb gehen und gleichzeitig wird ein traditioneller Hochofen mit vor- und nachgelagerten Anlagenkapazitäten der Stahlerzeugung stillgelegt. Das für den Betrieb benötigte direkt reduzierte Eisen wird extern bezogen und ist nicht Bestandteil des Projekts.

Die Herausforderung: Elektrolichtbogenofen in bestehende Werksstruktur integrieren

Insbesondere die Flachstahlindustrie steht vor der großen Aufgabe, ihre Prozesse grundlegend zu transformieren, um einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. 

Der konventionelle Hochofenprozess verursacht erhebliche CO₂-Emissionen. Zugleich erhöhen verschärfte politische Klimavorgaben und wachsende gesellschaftliche Erwartungen den Transformationsdruck auf die Stahlindustrie.

Das Vorhaben markiert den Einstieg in eine zukunftsorientierte, elektrisch betriebene Flachstahlerzeugung auf Basis eines Elektrolichtbogenofens (EAF). Die zentrale Herausforderung liegt dabei in der baulichen und produktionstechnischen Einbindung der neuen Anlage in die bestehenden Infrastrukturen und Prozessketten. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass die etablierten Werkstoffqualitäten auch unter den veränderten Produktionsbedingungen weiterhin zuverlässig erzeugt werden können. Weitere wesentliche Anforderungen sind die bedarfsgerechte Versorgung mit hochwertigen Einsatzstoffen wie heißbrikettiertem Eisen (HBI) und Schrott sowie ein wirtschaftlicher Betrieb unter volatilen Energie-, Rohstoff- und Marktbedingungen.

Die Innovation: Kontinuierliche Schrottzufuhr und Wasserstoff ersetzen die Hochofenroute

Der neue Elektrolichtbogenofen nutzt ein innovatives Verfahren mit einer kontinuierlichen Schrottversorgung. Anders als bei der herkömmlichen Beschickung per Schrottkorb wird Schrott kontinuierlich über ein Förderband in den Ofen gegeben. Die heißen Ofenabgase wärmen die Einsatzstoffe bereits vor dem Einschmelzen auf. Dadurch muss der Ofen nicht geöffnet werden und der Schmelzprozess läuft gleichmäßiger und vor allem energieeffizienter und netzdienlicher. Im flüssigen Stahlbad schmelzen die Rohstoffe kontrolliert ein; zusätzlich sorgt ein elektromagnetischer Rührer für eine gleichmäßige Verteilung und eine Prozesszeitverkürzung. Eine weitere Innovation zur Verbesserung der Klimabilanz ist die Substitution von Erdgas durch Wasserstoff. So können die Emissionen gegenüber der Hochofenroute um über 90 Prozent gesenkt und zugleich anspruchsvolle Flachstahlqualitäten effizient hergestellt werden.

Andreas Betzler, Sprecher der Geschäftsführung, Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH
Mit EAF2HKM stellen wir die Weichen für eine neue, elektrische Stahlerzeugung in Duisburg. Wir machen die Produktion klimafreundlicher und bleiben wettbewerbsfähig. Wir übernehmen Verantwortung für das Industrieland Deutschland und die Resilienz Europas.
Andreas Betzler, Sprecher Geschäftsführung, Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH

Der Ausblick: Modellprojekt für eine kohlenstofffreie Stahlindustrie

Visualisierung des neuen Elektrolichtbogenofens
Visualisierung des neuen Elektrolichtbogenofens

Die Stahlindustrie ist historisch aus der Nutzung von Kohle hervorgegangen. Moderne Technologien eröffnen nun die Möglichkeit, Stahl weitestgehend kohlenstofffrei zu produzieren und damit emissionsintensive Anlagen in klimafreundlichere Produktionsweisen zu überführen. So wird die Stahlbranche selbst zu einem zentralen Wegbereiter einer klimaneutralen Zukunft. Durch Öffentlichkeitsarbeit, Kooperationen mit Hochschulen und kommunalen Netzwerken sowie transparenter Berichterstattung entfaltet das Projekt Wirkung über den Standort hinaus. 

2615795 Tonnen

weniger CO₂ pro Jahr

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