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19.03.2026 Förderung "Dekarbonisierung der Industrie" Stahl

Geförderte Anlage für klimafreundliche Stahlproduktion geht in Betrieb

Feierliche Inbetriebnahme der induktiven Einzelstabvergütungsanlage mit BMWE-Referatsleiterin Dr. Verena Lauber (3.v.l.), Dr. Alexander Becker (l.), CEO der GMH Gruppe und Werksleiter Marc-Oliver Arnold (r.).

In Georgsmarienhütte wird Stabstahl seit 2024 klimafreundlich mithilfe von Grünstrom hergestellt. Nun wurde am niedersächsischen Standort die zweite geförderte Produktionslange für Stabstahl größeren Durchmessers offiziell in Betrieb genommen.

Die Dekarbonisierung der Wärmebehandlung ist ein wichtiger Hebel auf dem Weg zu einer CO₂-armen Stahlproduktion. Die konventionelle Herstellung und Vergütung von Stabstahl verursacht hohe Mengen an Treibhausgasen, die beim Verbrennen von fossilem Erdgas entstehen. Um die hierbei entstehenden Emissionen zu verringern, hat der Stahlhersteller Georgsmarienhütte nun eine zweite induktive Einzelstabvergütungsanlage (EVA) fertig errichtet.

CO2-arme Erwärmung von Stabstahl mit erneuerbaren Energien

Blick auf die induktive Einzelstabvergütungsanlage (EVA) für Stahlstäbe größeren Durchmessers am Standort Georgsmarienhütte
Blick auf die induktive Einzelstabvergütungsanlage (EVA) für Stahlstäbe größeren Durchmessers am Standort Georgsmarienhütte. Der Bau der Anlage wurde durch das Förderprogramm „Dekarbonisierung in der Industrie“ unterstützt.

Die GMH-Gruppe hat das Verfahren der Stabstahlvergütung damit von erdgasbefeuerten Durchlauföfen auf ein induktives Vergüteverfahren umgestellt, das elektrische Energie aus erneuerbaren Energiequellen nutzt. Das führt zu einer klimafreundlicheren Durchführung des Produktionsprozesses. So werden sowohl Emissionen als auch der Wärmeverlust verringert, da induktive Spulenkörper den Stahl direkt umschließen und der Ofenraum nicht erwärmt werden muss.

Bislang verarbeiten elektrisch betriebene Anlagen nur kleinere Bauteile oder Stabstahl mit einem geringeren Durchmesser. Erstmalig wird eine induktive EVA auch für größere Abmessungen bis 100 Millimeter errichtet und zeigt damit, dass das Verfahren übertragbar und umfassend nutzbar ist. Das 2024 begonnene Vorhaben ist vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit rund 1,32 Millionen Euro über das Förderprogramm „Dekarbonisierung in der Industrie“ (DDI) unterstützt worden, in dem auch Mittel des EU-Fonds „NextGenerationEU“ genutzt werden.

Weitere geförderte Anlage startet klimafreundlichen Betrieb

Von links: Die KEI-Referent*innen Fabian Gellrich und Jessica Schorradt im Stahlwerk Georgsmarienhütte.
Von links: Die KEI-Referent*innen Fabian Gellrich und Jessica Schorradt im Stahlwerk Georgsmarienhütte.

Bereits im Februar 2024 nahm GMH eine ebenfalls durch das Programm „Dekarbonisierung in der Industrie“ geförderte Einzelstabvergütungsanlage für kleinere Stabstahldurchmesser in den Regelbetrieb. Am 17. März 2026 wurde nun die zweite Anlage aus dem Förderprojekt „EVA2GMH“ in Anwesenheit zahlreicher Gäste und Vertreter*innen aus der Regional- und Landespolitik offiziell eingeweiht – darunter auch Dr. Verena Lauber, Referatsleiterin „IVD3 – Förderprogramme Dekarbonisierung der Industrie“ im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Begleitet wurde sie durch die im Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) zuständigen fachlichen und kaufmännisch-rechtlichen Projektmanager*innen: Jessica Schorradt und Fabian Gellrich waren bei dem Termin vor Ort und hatten Gelegenheit, die neue Anlage zu besichtigen.

Diese hat eine Baulänge von 80 Metern und wird jährlich 17.000 Tonnen Stabstahl behandeln. Durch ihren Einsatz können 2.800 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart werden. Durch den Betrieb der weiteren Anlage mit Grünstrom wird der CO₂-Fußabdruck der in Georgsmarienhütte hergestellten Produkte deutlich reduziert.

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