RecycleHeat2RecyclePaper RecycleHeat2RecyclePaper – Abwärmenutzung durch eine industrielle Wärmepumpenanlage zur Dampferzeugung
Zuwendungsempfangende
Zuwendungsempfänger: Aviretta GmbH
Projekt: RecycleHeat2RecyclePaper – Abwärmenutzung durch eine industrielle Wärmepumpenanlage zur Dampferzeugung
Maßnahmen
Projektart: Investitionsvorhaben (AGVO)
Branche: Papier- und Zellstoffindustrie
CO₂-Einsparpotenzial: bis zu 8.493 Tonnen CO₂ pro Jahr
Laufzeit
01.04.2026 bis 31.12.2029
Verortung
Ettringen – Bayern
Fördervolumen
9.315.000,00 €
Copyright: Aviretta GmbH
Das Vorhaben zielt darauf ab, mithilfe einer industriellen Wärmepumpenanlage aus bislang ungenutzter Abwärme Prozessdampf zu erzeugen. Dazu soll Abwärme aus Abluft und Kühlwasser erfasst und in den Produktionsprozess zurückgeführt werden. Durch diese teilweise Elektrifizierung der Dampferzeugung sollen die Energieeffizienz gesteigert sowie der CO₂-Ausstoß deutlich reduziert werden.
Künftig könnten so mehr als 40 Prozent der für die Vortrockenpartie der Papiermaschine der Papierfabrik Aviretta GmbH benötigten Dampfmenge aus Abwärme stammen. Dadurch würden der Erdgasverbrauch und die Treibhausgasemissionen deutlich sinken, da ein erheblicher Teil des Prozessdampfs nicht mehr konventionell mit Erdgas erzeugt werden müsste.
Die Herausforderung: Energieintensive Papierproduktion klimafreundlicher gestalten
Wellpappenrohpapier bildet die Grundlage vieler nachhaltiger Verpackungen. Es ist leicht, günstig, vollständig recycelbar und damit unverzichtbar für moderne Lieferketten sowie eine exportorientierte Wirtschaft.
Gleichzeitig gehört die Papierindustrie zu den fünf energieintensivsten Branchen Deutschlands. Rund zehn Prozent des Umsatzes fließen in Energiekosten. Besonders die Trocknung des Papiers benötigt große Mengen Prozesswärme, die gegenwärtig überwiegend durch die Verbrennung von Erdgas erzeugt wird. Die Branche verbraucht rund neun Prozent des industriell genutzten Erdgases in Deutschland.
Ein vielversprechender Ansatz besteht darin, Abwärme aus dem Produktionsprozess mit industriellen Wärmepumpen zurückzugewinnen und für die Dampferzeugung zu nutzen. Obwohl diese Technologie erhebliche THG-Einsparpotenziale bietet und in verschiedenen Industriezweigen etabliert ist, wird sie in der Papierindustrie bislang kaum eingesetzt. Das Projekt soll die technische Machbarkeit unter den spezifischen Bedingungen der Papierproduktion nachweisen und als Referenz für eine breitere Anwendung dienen.
Die Innovation: Abwärme aus der Papierproduktion für die Dampferzeugung nutzen
Bei der konventionellen Papierherstellung geht ein großer Teil der eingesetzten Wärme über die Abluft ungenutzt verloren. Das Projekt setzt hier an: Eine industrielle Wärmepumpenanlage wandelt diesen Abwärmestrom in Prozessdampf um und führt die gewonnene Energie direkt in die Produktion zurück.
Da die Wärmequelle aus der Papierproduktion selbst stammt, müssen Wärmepumpe und Papiermaschine eng miteinander verknüpft werden. Die Anlage muss flexibel auf schwankende Abwärmemengen sowie variierenden Dampfbedarf reagieren und beide Systeme optimal aufeinander abstimmen.
Obwohl sowohl die Papiermaschine als auch industrielle Wärmepumpenanlagen etablierte Technologien sind, ist ihre direkte Integration in der Papierbranche bislang kaum verbreitet. Gelingt die Umsetzung, kann die Papierindustrie einen weiteren Energiekreislauf schließen und bislang ungenutzte Abwärme effizient und umweltschonend einsetzen.
Der Ausblick: Klimaschutzpotenziale für die Papierindustrie erschließen
Der Einsatz industrieller Wärmepumpen eröffnet die Möglichkeit, die bislang ungenutzte Abwärme in den Produktionsprozess zurückzuführen und für die Dampferzeugung zu verwenden. Dadurch lassen sich der Erdgasbedarf und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren.
Das Projekt hat Vorbildcharakter, da die Technologie erstmals in einem für die Papierbranche ungewöhnlich großen Maßstab umgesetzt wird. Da Papierfabriken im Dauerbetrieb laufen und hohe Anforderungen an Betriebssicherheit stellen, sind erfolgreiche Referenzanlagen entscheidend für die breite Markteinführung neuer Technologien.
Gelingt der Nachweis der technischen und wirtschaftlichen Umsetzbarkeit, kann das Projekt als Vorbild für zahlreiche weitere Standorte dienen. Angesichts der hohen Energieintensität der Branche sind erhebliche Klima- und Energieeinsparungen sowie ein starker Multiplikatoreffekt zu erwarten.
weniger CO₂ pro Jahr