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Carbon Management

Wie die Industrie mit unvermeidbarem CO₂ umgehen kann

Eine Industrieanlage

Für die energieintensive Industrie ist CO₂ mehr als nur ein Emissionsproblem. Es ist Teil industrieller Stoffkreisläufe. Zugleich wird es immer stärker zu einem kritischen Kosten- und Wettbewerbsfaktor. In natürlichen Kreisläufen spielt CO₂ eine wichtige Rolle. Sein Überschuss belastet jedoch die Atmosphäre. Das verschärft den regulatorischen Druck und erhöht die Anforderungen an den Markt. Die Herausforderung besteht heute darin, CO₂ nicht nur zu reduzieren, sondern verantwortlich damit umzugehen. Denn viele Unternehmen haben Emissionen, die sich selbst mit maximaler Effizienz und erneuerbaren Energien nicht vollständig vermeiden lassen.

Erst vermeiden, dann managen

Emissionen müssen zuerst vermieden werden. Wo das technisch nicht mehr möglich ist, wird Carbon Management zum entscheidenden Baustein der Dekarbonisierung. Darunter verstehen wir den gesamten Umgang mit unvermeidbaren CO₂‑Strömen: ihre Erfassung, Nutzung, Speicherung und, wo nötig, ihren Ausgleich über hochwertige Klimaschutzinstrumente. Entscheidend ist dabei die klare Unterscheidung zwischen der kurzfristigen Nutzung von CO₂‑Abscheidungstechnologien und langfristiger Klimawirkung.

Technologien wie Carbon Capture and Storage (CCS), Carbon Capture and Utilization (CCU) und Carbon Dioxide Removal (CDR) ermöglichen es Unternehmen, prozessbedingte Emissionen abzuscheiden. Sie können diese Emissionen entweder sicher speichern oder als Rohstoff in Wertschöpfungsketten zurückführen. Ergänzend schaffen Carbon Markets wirtschaftliche Anreize, um Restemissionen effizient zu managen und Klimaziele kosteneffektiv zu erreichen.

Technik allein reicht nicht

Wirksames Carbon Management ist mehr als eine Frage der Technologie. Es ist auch eine Frage von Infrastruktur, Regulierung, Fördermechanismen oder Marktanreizen und Akzeptanz. Der Ausbau von CO₂-Transport- und Speicherlösungen ist dafür ebenso wichtig wie verlässliche politische Rahmenbedingungen sowie wirksame CO₂-Preise und Kohlenstoffmärkte. Erst dann können klimaneutrale Technologien wirtschaftlich skaliert werden. Für Unternehmen eröffnet das nicht nur neue Wege zur Emissionsminderung. Es schafft auch Chancen für Innovation, Kreislaufwirtschaft und internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit gehören zusammen

Klimaneutrale Produkte, Materialien und Energieträger entstehen nicht von selbst, sondern durch den Aufbau neuer industrieller Wertschöpfungsketten. Carbon Management unterstützt diesen Umbau, indem es technologische Optionen für schwer vermeidbare Emissionen schafft. Damit leistet es einen Beitrag zu Versorgungssicherheit, industrieller Resilienz und nachhaltigem Wachstum.

Klimaneutrale Technologien stehen nicht im Widerspruch zur Wirtschaftlichkeit. Sie werden zunehmend zu ihrer Voraussetzung. Eine erfolgreiche Dekarbonisierung verbindet Klimaschutz, Ressourceneffizienz und wirtschaftliche Stärke. Carbon Management ist dafür ein zentraler Hebel.

Carbon Management Technologien und Instrumente

Carbon Capture and Storage (CCS)

Abscheidung, Transport und dauerhafte Speicherung von CO₂, das bei industriellen Prozessen entsteht.
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Carbon Dioxide Removal (CDR)

Verfahren, mit denen Kohlendioxid gezielt aus der Atmosphäre entnommen und dauerhaft gebunden wird.
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Carbon Capture and Utilization (CCU)

Abscheidung von Kohlendioxid aus industriellen Prozessen oder der Atmosphäre mit dem Ziel, es als Rohstoff für neue Produkte zu nutzen.
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Carbon Markets

Ein strategisches Instrument, um Dekarbonisierungspflichten zu erfüllen und Klimaziele wirtschaftlich zu erreichen.
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Drei Fragen an …

Portraitfoto Dr. Elisabeth Dütschke

Dr. Elisabeth Dütschke, Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI

Im Interview spricht Dr. Elisabeth Dütschke über CCS-Technologien als Übergangslösung auf dem Weg zur klimaneutralen Industrie sowie über Instrumente zur Akzeptanzförderung für Klimaschutz und Transformation.

Zum Interview

Hendrik Schuldt, carboneer

In unserem Interview spricht Hendrik Schuldt über die Entwicklung von Kohlenstoffmärkten sowie die Potenziale und Herausforderungen des Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) für europäische Unternehmen.

zum Interview

Praxisbeispiele

Eine Glühlampe mit einem integrierten Zahnrad

Columbus

Mikroorganismen wandeln Kohlenstoffdioxid aus der Kalkproduktion in Methan.

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CLEANKER

Saubere Zementklinkerproduktion durch Calcium-Looping-(CaL)-Konzept.

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Brevik CCS

Zementwerk in Brevik wird weltweit erste Anlage zur CO2-Abscheidung in der Zementindustrie.