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24.07.2026 Prozesswärme

KEI Spotlight: Elektrifizierung von Industrieprozessen im Fokus

Dr. Remo Tiedemann, KEI, moderierte die digitale Veranstaltung.

Am 22. Juli 2026 zeigte Prof. Dr. Mario Ragwitz, Leiter des Fraunhofer IEG, rund 170 Teilnehmenden im Digitalformat KEI Spotlight Wege und Technologien zur Elektrifizierung der industriellen Prozesswärme.

Ein weiteres Potenzial von 40 Prozent: Industrieenergie lässt sich schon heute elektrifizieren

In seinem Impulsvortrag „Elektrifizierung von Industrieprozessen – Technologien, Anwendungen und Perspektiven“ erklärte Prof. Dr. Mario Ragwitz, wie die Industrie ihre Prozesswärme dekarbonisiert. Sein Kernpunkt: Die Technik ist verfügbar – Strompreise und Netzentgelte sind die Herausforderung.

Der Befund stimmt optimistisch: Ein Drittel ihres Energiebedarfs deckt die Industrie bereits mit Strom. Weitere 40 Prozent könnten Unternehmen mit heutigen Technologien elektrifizieren, wenn sich die Investition lohnt. Doch genau hier liegt die Herausforderung. Ragwitz verdeutlichte, dass hohe Strompreise heute die Elektrifizierung für viele Betriebe unwirtschaftlich machen.

Das Technologieangebot ist breit. Es zeigt sich jedoch: Für niedrige und mittlere Temperaturen existieren bewährte Lösungen. Bei sehr hohen Temperaturen stecken viele Ansätze noch in der Entwicklung. Bis zur Marktreife braucht es Zeit und Investitionen.

Der Vergleich mit wasserstoffbasierten Lösungen fällt klar aus: Die Elektrifizierung bringt Effizienzgewinne – klein, aber spürbar. Für Ragwitz steht fest: Direkte Elektrifizierung schlägt Wasserstoff in den meisten Fällen in Bezug auf Effizienz, Verfügbarkeit und Preis. Eine Ausnahme bildet die Stahlproduktion, wo Wasserstoff eigene Vorteile bietet.
 

Neubau oder Nachrüstung?

Wie gelingt die Umstellung bestehender Technik? Ragwitz antwortete pragmatisch: Wer rein elektrifiziert, muss meist neu bauen. Wer auf Wasserstoff setzt, kommt oft mit einer Modernisierung aus. Unternehmen stehen also vor hohen Investitionen in neue Anlagen.

Ein weiteres Problem folgt: Der größere Strombedarf verlangt einen massiven Netzausbau. Wer von fossilen Energieträgern auf Elektrifizierung umstellt, braucht nicht nur neue Anlagen, sondern auch eine passende Strominfrastruktur.

Austausch mit den Teilnehmenden

In der abschließenden Diskussionsrunde beantwortete Mario Ragwitz zahlreiche Fragen des Publikums, etwa zur Umrüstung bestehender Anlagen, zur Rolle der Netzentgelte, zu thermischen Speichern oder hybriden Anlagen.

Der intensive Austausch zeigte: Die Industrie sucht heute nach praktischen Wegen aus dem fossilen Energiesystem und braucht klare Rahmenbedingungen, um den Wandel zu vollziehen.

Das Online-Tool „Transformationspfade der Prozesswärme“ des Clusters Dekarbonisierung der Industrie (CDI) hilft, Effizienzpotenziale zu erkennen und konkrete Dekarbonisierungsmaßnahmen abzuleiten. Matthias Heck vom CDI stellte die kostenlose Webanwendung den Teilnehmenden vor.

Mitschnitt

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Befragung „Leitmärkte: Perspektive der Industrie 2026“

Kontakt

Matthias Heck
Referent für Cluster- und Netzwerkmanagement
030 72618-1829 E-Mail schreiben weitere Informationen

KEI Spotlight

Flexibilisierung elektrifizierter Industrieprozesse

Studie | KEI, 2024
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