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04.11.2026 Servicezentrum industrielle Transformation

Lausitz im Fokus: „Atlas der industriellen Transformation" analysiert Zukunftschancen

Im September aktualisierte das Servicezentrum für industrielle Transformation in den Regionen (SiT) den „Atlas der industriellen Transformation". Eine Auswertung der Lausitz zeigt, welche Chancen sich aus den vorhandenen Standortbedingungen ergeben.

Wo liegen die Stärken einer Region, welche strukturellen Herausforderungen bestehen und wo können neue industrielle Zukunftsperspektiven entstehen? Der 2025 veröffentlichte Atlas des Servicezentrums für industrielle Transformation in den Regionen macht regionale Voraussetzungen vergleichbar. Eine Sonderauswertung für die Lausitz zeigt, welche Chancen sich aus den vorhandenen Standortbedingungen und technologischen Kompetenzen ergeben.

Die Voraussetzungen für die industrielle Transformation unterscheiden sich von Region zu Region. Während einige Standorte über gute Bedingungen bei der Energieversorgung verfügen, punkten andere mit industriellen Kompetenzen, einer starken Forschungslandschaft oder einem breiten Fachkräfteangebot. Der 2025 veröffentlichte Atlas des Servicezentrums für industrielle Transformation in den Regionen macht diese Unterschiede sichtbar. Er bietet eine datenbasierte Auswertung für 38 industrielle Transformationsregionen in Deutschland und zeigt, wo bereits heute Ansatzpunkte für neue industrielle Wertschöpfung liegen.

Regionale Standortbedingungen im Vergleich

Der Atlas betrachtet ein breites Spektrum an Faktoren, die für die industrielle Entwicklung relevant sind. Dazu gehören unter anderem die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien, Flächenbedingungen, Infrastruktur, Fachkräfte, Unternehmen und Forschungsaktivitäten. Eine Transformationsanalyse in zehn Themenfeldern ermöglicht den Vergleich der Regionen. Ergänzt wird es durch individuelle SWOT-Profile sowie Auswertungen zu technologischen und wirtschaftlichen Aktivitäten. Dafür werden unter anderem Forschungsprojekte, Patente und Unternehmensdaten herangezogen.

Die Ergebnisse helfen dabei, regionale Stärken und Schwächen einzuordnen, Entwicklungspotenziale zu identifizieren und mögliche Engpässe frühzeitig zu erkennen. Zugleich können sie Anhaltspunkte für die Zusammenarbeit mit anderen Regionen liefern, deren Kompetenzen die eigenen ergänzen.

Beispiel Lausitz: Gute Voraussetzungen treffen auf strukturelle Herausforderungen

Wie unterschiedlich die Ausgangslage einer Region ausfallen kann, zeigt die Lausitz. Im Vergleich der 38 untersuchten Regionen erreicht sie beim Ausbau erneuerbarer Energien Rang drei und ist somit herausragend. Auch das Wasserstoffpotenzial und die digitale Infrastruktur in Gewerbegebieten bieten günstige Voraussetzungen. Damit verfügt die Region über wichtige energiebezogene Standortvorteile, um vorhandene Kompetenzen stärker mit industriellen Anwendungen und neuen Wertschöpfungsketten zu verbinden. In ihrer Gesamtheit bieten diese Standortvorteile günstige Voraussetzungen für z.B. die Net-Zero-Valley-Initiative Lausitz und die Entwicklung neuer industrieller Wertschöpfungsketten.

Gleichzeitig macht die Analyse deutlich, dass diese Potenziale nicht losgelöst von bestehenden Herausforderungen betrachtet werden können. Demografische Entwicklungen, ungünstige Bildungsindikatoren und eine hohe Energieintensität der Industrie prägen die regionale Ausgangslage. Auch innerhalb des Branchenportfolios zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen: Während Maschinenbau, Reparatur und Installation von Maschinen sowie IT-Dienstleistungen zwischen 2020 und 2025 positive Beschäftigungsentwicklungen verzeichnen, stehen andere etablierte Industriezweige unter Anpassungsdruck.

Der Atlas als Grundlage für regionale Zukunftsperspektiven

Die Auswertung der Lausitz zeigt exemplarisch, worin der Mehrwert des Atlas liegt: Er stellt nicht die Frage nach der besten Industrieregion, sondern danach, welche Regionen für welche industriellen Entwicklungen besonders gut aufgestellt sind. Die Kombination aus Standortdaten, Branchenentwicklungen und technologischen Aktivitäten schafft eine faktenbasierte Grundlage, um regionale Potenziale gezielter zu erschließen und mögliche Kooperationen anzustoßen. Damit kann der Atlas auch Impulse für die Entwicklung neuer industrieller Zukunftsräume und regionaler Zusammenschlüsse wie z.B. sogenannter Net-Zero Valleys geben. Entscheidend ist, vorhandene lokale Stärken mit den notwendigen Investitionen und geeigneten regionalspezifischen Rahmenbedingungen zu verbinden. Der Atlas wurde im November 2025 erstmals veröffentlicht und einmal jährlich aktualisiert.

Das KEI begleitet die methodische und strategische Umsetzung als fachlicher Partner im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). 

Kontakt

Lisa Szugfil
Referentin Think Tank und Strategische Vorhaben
030 72618 1792 E-Mail schreiben

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